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Charlotte Wolff †88 Female

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Charlotte Wolff war eine Ärztin, Sexualwissenschaftlerin und Schriftstellerin.

Charlotte Wolff wurde als Tochter einer jüdischen Kaufmannsfamilie geboren und verlebte in Riesenburg und Danzig ihre Kindheit und Jugend. Im Jahr 1918 ging sie nach Freiburg im Breisgau, um Medizin zu studieren, belegte aber auch die Fächer Psychologie und Philosophie. In Berlin setzte sie ihr Studium fort und beendete es hier 1928 mit ihrer Dissertation. Schon in ihrer Studienzeit entdeckte sie ihre Vorliebe für Frauen. Wolff selbst verweigerte sich auch dem klassischen Frauenbild der damaligen Zeit und bevorzugte bequeme Männerkleidung.

Nach Abschluss ihres praktischen Jahres als Ärztin am Rudolf-Virchow-Krankenhaus (heute Charité) in Berlin wechselte sie als stellvertretende Direktorin an die Klinik für Familienplanung-, Schwangerschaftsfürsorge und Schwangerschaftsverhütung in Berlin. Diese Position musste Wolff aufgrund ihrer jüdischen Abstammung allerdings bald aufgeben. Bis zu ihrer endgültigen Entlassung im Jahr 1933 arbeitete sie noch im Institut für elektro-physikalische Therapie in Neukölln. Eine im Februar 1933 erlebte kurzzeitige Verhaftung durch die Gestapo, bei der sie als Spionin und für das Tragen von Männerkleidung beschuldigt wurde, ließ sie im Mai 1933 nach Frankreich emigrieren.

Schon 1931 begann ihr Interesse für Chirologie, und sie absolvierte in Berlin einen Kurs bei Julius Spier. Durch die Ausbildung war es Charlotte Wolff möglich geworden, sich ihren Lebensunterhalt als Chirologin zu verdienen. Unter anderem tat sie es in Paris, wo sie Thomas Mann und Aldous Huxley begegnete. Ihre Arbeit inspirierte sie dazu, Methoden der Interpretation von Hand und Gestik weitergehend wissenschaftlich zu erforschen. In der Forschung kooperierte Wolff mit dem französischen Psychologen Henri Wallon (1879-1962).

Im Jahr 1936 flüchtete Charlotte Wolf - auf Veranlassung von Aldous und Maria Huxley - nach London, wo sie 1951 eine eigene psychiatrische Praxis eröffnete. Mit ihren wissenschaftlichen Veröffentlichungen erlangte sie schon bald in Fachkreisen hohe Aufmerksamkeit.

Im Jahr 1939 legte Charlotte Wolff ihre deutsche Staatsangehörigkeit ab. 1947 nahm sie die britische Staatsangehörigkeit an. Oft bezeichnete sich Charlotte Wolff in Folge als „internationale Jüdin mit einem britischen Paß“. 1978 betrat sie zum ersten Mal seit ihrer Vertreibung wieder deutschen Boden.

Charlotte Wolff arbeitete zwanzig Jahre lang - von 1932 bis 1952 - auf dem Gebiet der Chirologie. Hierbei handelt es sich um psychologische Handdiagnosen, worüber sie vier Bücher veröffentlichte. Durch die Vermittlung von Aldous Huxley erhielt Wolff in Paris und London ihren Zugang zu den jeweiligen Künstlerkreisen. In einer ersten Studie aus dem Jahr 1936 konnte sie beispielsweise Handabdrücke folgender Personen beschreiben:

* Marcel Duchamp
* Max Ernst
* Man Ray
* Virginia Woolf
* George Bernard Shaw.

Die Surrealisten machten es möglich, dass Wolff in der Zeitschrift Minotaure den ersten Entwurf einer psychologischen Theorie der Hand veröffentlichen konnte.

Die sexualwissenschaftlichen Forschungen umfassten den Zeitraum von 1968 bis 1978. Für ihre erste empirischen Studie zur weiblichen Homosexualität hatte Wolff mit 108 homosexuellen Frauen Interviews durchgeführt und Fragebogen beantworten lassen. Die Ergebnisse veröffentlichte sie 1971 unter dem Titel Love between Women.

Für ihre zweite Studie zur Bisexualität interviewte Wolff insgesamt 150 Männer und Frauen. Die Veröffentlichung der Ergebnisse erfolgte 1977. Mit beiden Werken erlangte Charlotte Wolff internationale Anerkennung.

Ihr letztes Werk, das sie kurz vor ihrem Tod fertigstellte, ist ein Porträt des Berliner Sexualforschers Magnus Hirschfeld.

Charlotte Wolff war Mitglied der British Psychological Society, deren Ehrenmitglied sie wurde.

Quelle:
Wikipedia

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Charlotte Wolff wurde am 30. September 1897 in Riesenburg (Polen) geboren und starb am 12. September 1986 im Alter von †88 Jahren in London (Großbritannien)
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